Nächster Halt: Elektrobus
2 /01/ 2010
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(Bonn, 9. Mai 2016) Seit 20 Jahren ist Bonn Sitz von UN-Organisationen. Viele der internationalen Mitarbeiter sind später, erst viel später aus aller Welt hierher gezogen. Wer sie fragt, wie ihr Schulbus früher geklungen hat, bekommt trotzdem fast immer dieselbe Antwort: Quietschede Bremsen, „Alle Türen benutzen!“, Gerangel beim Einstieg. „Hinsetzen! Hinten auch!“ Motor brummt. Bus fährt los.

Viel kann sich in den letzten 20 Jahren nicht getan haben, denkt man sich morgens auf dem Dienstweg, wenn der Kaffee gerade wieder den stürmischen Drittkklässler verfehlt, den eigenen Ärmel dafür breitflächig getroffen hat. Schwarz. Heiß. Autsch. Mist!

Wie klingt der ideale Schulbus weltweit, wenn das internationale Klimaabkommen, 2015 in Paris beschlossen und im April von 176 Staaten plus die EU unterschieben,  in Kraft sein wird? Deutlich leiser. Fast geräuschlos sirrt die Zukunft jetzt durch die Straßen von Bonn, bis vor das Klimasekratriat der Vereinten Nationen. Im Heck sitzt eine Batterie. Getankt wird an der Steckdose im Betriebshof.

 

Seit 2013 haben Verkehrsunternehmen an 21 Standorten in Deutschland elektronische Busse getestet, vereinzelt. Mit der Initiative Zero Emission Urban Bus Systems (ZeEUS), gefördert aus Mitteln der Europäischen Union, werden nun an 10 Standorten in Europa welche eingesetzt. 2013 wurde Bonn ausgewählt für ZeUs. Heute hat die Stadt sechs E-Busse. Die sind bunt, schick, der Schriftzug „Unsere e-Mission für Bonn!“ zieht sich quer über die Seite. Das funktioniert auch als Pausenhofwitz.

Das Projekt ist eine Gemeinschaftsinitiative der International Association of Public Transport, von Nahverkehrsgesellschaften und Städten – und für Nick Nuttall vom UN-Klimasekretariat der „Leuchtstab“, der schon jetzt in eine Zukunft mit mehr Elektrofahrzeugen zeigt – und darauf, dass politische Anreize für Automobilhersteller nötig seien, um verstärkt in diese Technologie zu investieren. Bei 17 Prozent liegt das Potential einer Nachfragesteigerung nach elektronischen Bussen und solchen mit Hybridantrieb pro Jahr nach neusten Studien, hochgerechnet ab jetzt und bis 2021, vor allem aus China, aber auch aus den USA, Kanada, Großbritannien, Deutschland.

In Paris hast sich die internationale Gemeinschaft auf ein neues Klimaabkommen geeinigt. Jetzt liegt der Ball bei... ja, wo eigentlich?

„Bei jedem”, sagt Nick Nuttall. “Bei Regierungen, Städten, Kommunen, Unternehmen und Bürgern.“

 

Ohne Elektromobilität kein sauberer, grüner Stadtverkehr, glaubt er.

Die Vorteile der E-Busse? Kurzfristig: weniger Lärm. Mittelfristig: weniger Luftverschmutzung. Und langfristig? Etliche Generationen Schulkinder, die in grüne Busse stürmen und sie mit Leben füllen. Und genauso lange: Kaffee auf dem Ärmel. Schwarz. Heiß. Autsch. Gut so!